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Nachdem die Entscheidung für die Anschaffung gefallen ist, sollte man sich überlegen, ob man sich Welpen, oder bereits ausgewachsene Tiere anschafft. Da ein Frettchen ein Gesellschaftstier ist und der Mensch den Frettchenpartner nie ersetzen kann, sollte man beachten, dass man sich nie ein Tier in Einzelhaltung anschafft. Es sollen mindestens zwei Frettchen sein, die man sich anschafft. Wir empfehlen jedoch dringend, sich im Laufe der Zeit ein drittes Frettchen anzuschaffen. Das hat einen bestimmten Grund. Hat man zwei Frettchen und eines stirbt mal, dann trauert das andere so sehr, dass eine Vergesellschaftung mit einem neuen Frettchen sich als sehr schwierig erweist. Das überlebende Frettchen verweigert nicht oft das Futter und lehnt andere Frettchen ab. Wenn Sie jedoch drei Frettchen haben, so trauern die anderen auch, aber sie können sich gegenseitig "trösten". Die Trauer ist dann nicht so schwerwiegend und Sie haben es leichter ein weiteres Frettchen in die Gruppe zu integrieren! Beim Welpen kann man noch nicht den Charakter des Tieres erkennen. Es sind halbstarke Rüpel und oft sind Anfänger damit etwas überfordert. Besser ist es, sich ein 1 – 2 Jähriges Frettchen anzuschaffen, denn bei diesen Tieren kann man die Eigenschaften erkennen und man kann dann feststellen, ob es zu einem passt. Daher empfehle ich dem Anfänger immer ältere Frettchen, die aus dem Flegelalter heraus sind. Wo kann man ein Frettchen erwerben. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Zoohandlung, den Züchter oder die Frettchenhilfen. Man sollte sich da genau überlegen wohin man geht. Ein Frettchen aus der Zoohandlung empfehle ich in keinster Weise, denn man bekommt dort so gut wie keine oder überwiegend falsche Auskünfte. Nicht selten wurden die Frettchen dort einzeln gehalten, haben wenig Kontakt zu Menschen, werden nicht selten mit Nagerfutter gefüttert, weil man fälschlicherweise der Ansicht ist, dass es sich um Nager handelt. Die Frettchen werden in den Käfigen gestört, haben keine Rückzugsmöglichkeit und stehen ständig unter Stress. Da ist es natürlich, dass die Tiere oft aggressiv reagieren. Eine Rückgabe (wenn man mit den Tieren nicht zurechtkommt) ist in einer Zoohandlung nicht möglich und Beratung ist hier nicht gegeben. Im übrigen zahlt man in Zoohandlungen nicht selten zwischen 100 und 125 Euro für ein nicht geimpftes und ungechiptes Tier. Dann gibt es noch die Züchter, wobei wir nicht alle als schlecht bezeichnen. Für uns ein Dorn im Auge sind die sogenannten Hinterhofzüchter, die meistens nur auf den schnellen Euro aus sind. Hier werden Frettchen auf Teufel komm raus gezüchtet (wir sagen immer sie werden vermehrt) und dann für 30 – 50 Euro, meist wenn überhaupt mit mageren und oft falschen Haltungsinformationen, abgegeben. Das böse Erwachen kommt dann hinterher. Die Frettchen sind dann nicht geimpft, gechipt und müssen auch noch kastriert werden. Die Impfung wird dann aus Kostengründen nicht durchgeführt und wenn die privat nachgeholt wird, kostet diese zwischen 35 und 70 Euro. Das nächste Problem taucht mit der Geschlechtsreife der Frettchen auf. Eine Fähe sollte dringend kastriert werden, damit sie nicht in die Dauerranz kommt, die tödlich enden kann. Ein Rüde, fängt mit der Geschlechtsreife unangenehm an zu riechen. Dies kann man verhindern, indem der Rüde kastriert wird. Wenn man die Kastrationskosten zurechnet (Rüde 60 – 80 Euro und eine Fähe 80 – 100 Euro), dann kommt man auf ein Ergebnis von ca. 160 – 200 Euro für ein Frettchen. Spätestens jetzt sollte man überdenken wo man ein Frettchen erwirbt, denn es gibt auch noch die Frettchenhilfen. Dort erhält man ein Frettchen zwischen 125 und 150 Euro, dafür ist es untersucht, geimpft, kastriert und meist sogar gechipt. Einzelne Tiere werden in einer guten Frettchenhilfe nur abgegeben, wenn bereits Frettchen vorhanden sind, an sonsten bekommt man dort immer nur mindestens zwei Tiere. Weiterhin erhält man dort fachlich gute Auskünfte und auch weitere Beratung nach dem Erwerb der Frettchen. Bei den Frettchenhilfen erhält man dann auch Tiere, bei denen man den Charakter erkennen kann. Hier gibt es dann in der Regel auch keine unerwünschten Überraschungen. Sollte man nach der "Liebe auf den ersten Blick" feststellen, dass die Partnerschaft "Frettchen-Mensch" doch nicht wie vorgestellt funktioniert, so lässt eine gute Frettchenhilfe den neuen Frettchenhalter auch nicht hängen. Dann wird eine Beratung und auch schon mal eine Rücknahme/Tausch angeboten, was aber nicht erst nach Wochen erfolgen soll. Schließlich ist es nicht im Sinne aller Beteiligten (Frettchen/Mensch), wenn die Chemie nicht stimmt und der Halter mit gemischten Gefühlen oder evtl. mit Handschuhen dem Frettchen gegenüber tritt. Wenn ein Frettchen Respekt oder Angst beim Menschen wittert, wird es die Situation schamlos ausnutzen. Ich denke, ich habe die Unterschiede für den Frettchenerwerb dargelegt. Es muss nicht immer ein Frettchenwelpe sein und auch ein scheinbar günstiges Angebot entpuppt sich hinterher als teuer. Daher sollte man immer die Angebote vergleichen und was besonders wichtig ist, jeder sollte sich vorher darüber informieren.
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