Unterbringung von Frettchen

1. Käfighaltung

A) Der Käfig

Frettchen sind grundsätzlich keine Käfigtiere und brauchen viel Auslauf, daher sind Kaninchenkäfige nicht geeignet. Die Käfiggröße für 2 Frettchen sollte min. 2m² - 3m² Grundfläche betragen, die aber  nicht nur ebenerdig, sondern in Etagen aufgeteilt werden sollten. Je mehr Platz man anbietet, desto vorteilhafter ist es für die Frettchen!  Baut man Etagen ein,  sollten diese eine Höhe 40cm nicht unterschreiten. Die Ebenen können entweder mit Schrägen aus Holz oder mit Drainagerohren verbunden werden.

Einen frettchengeeigneten Käfig findet man leider nicht in den Zoohandlungen. Mit etwas handwerklichem Geschick kann jeder z.B. einen alten Kleiderschrank zu einer guten Behausung umbauen.

Als Bodenbelag sollte ein Material verwendet werden, das leicht zu säubern ist z.B.:

  • Fliesen
  • PVC
  • Siebdruckplatten
  • Resopal

Bei Resopalplatten sollten die Ränder der Spanpressplatte versiegelt werden.

Kein geeigneter Frettchenkäfig!

Kein geeigneter Frettchenkäfig!

 

Beispiel eines guten und geeigneten Käfig´s (umgebauter Schrank)

B) Die Einrichtung

  • Hängematten - Alternative zu den teuren gekauften ist das Selbstnähen. Hierfür kann man folgende Materialien verwenden: Fleecedecken, T-Shirts, Kopfkissenbezüge und Handtücher. Bitte bei z.B. Handtüchern darauf achten, dass die Schlingen nicht zu groß sind, denn die Frettchen bleiben gerne darin mit den Krallen hängen. Man kann mehrere Hängematten in den Käfig hängen, aber man sollte sich nicht wundern, wenn alle Frettchen in einer liegen und das kleinste meist unten!

  • Kuschelsäcke - Die sind beliebt bei Frettchen. Man kann sie auch selber nähen oder was die kleinen lieben, einen ausrangierten Fusssack aus einem Kindersportwagen benutzen.

  • Katzenklo - Frettchen sind saubere Tiere und können in den der Regel an Katzenklos gewöhnt werden. Nur wenige Frettchen gehen immer auf´s Klo, denn so verspielt wie sie sind, kann auch mal was daneben gehen, das ist aber normal. Eine Toilettenpapier- oder Küchenrolle sollte man also immer parat haben.

  • Schlafbox - Frettchen benötigen eine Rückzugsmöglichkeit, daher sollte in jedem Fall eine Schlafbox vorhanden sein. Diese sollte nicht zu groß sein, aber genug Platz für alle Frettchen bieten. Die Innenausstattung der Schlafbox besteht je nach Größe aus Kuscheltüchern oder auch einer Hängematte.

2. Freie Wohnungshaltung

A. Gefahrenquellen für Frettchen beim Freilauf in der Wohnung

Offene oder gekippte Fenster (entlaufen, quetschen), offene Toilettendeckel (ertrinken), offene Waschmaschinen (vor Gebrauch unbedingt kontrollieren, ob die Waschtrommel frettchenfrei ist), brennende Kerzen (alles wird beschnuppert!), Putzmittel, Schwämme und Schwammtücher (werden angefressen – Darmverschluss droht), Öfen, geöffnete Backöfen (kaum kontrollieren Sie Ihren Braten, versucht Ihr Frettchen Ihnen dabei zu "helfen“), volle Aschenbecher, etc. Sobald Sie eine Schranktür öffnen, finden Frettchen es interessant herauszufinden, was sich dort verbirgt – Vorsicht beim Schließen der Tür, Ihr Frettchen könnte gequetscht werden. Manche Frettchen klettern bodenlange Gardinen hoch und kommen nicht mehr herunter!

Da Frettchen ihre Nahrung gerne in sichere Verstecke verschleppen, suchen Sie bitte den Käfig oder das Frettchenzimmer sowie die Wohnung nach dem Freilauf nach hinterlegten Fleisch­stückchen ab (wenn Sie Ihre Frettchen beobachten, lernen Sie schnell die Lieblingsverstecke kennen). Verfaulendes rohes Fleisch ist nicht nur für Frettchen zum Verzehr ungeeignet, sondern auch Sie werden keine Freude in Ihrer Wohnung daran haben.

B. "Gefahren" für Ihre Wohnungseinrichtung

Erinnern Sie sich: Frettchen sind neugierige Kobolde und untersuchen alles, wohin sie gelangen. Sie quetschen sich zwischen Schrank und Wand und unter Möbeln durch, springen ca. bis zu 1 m weit und ½ m hoch (von Tier zu Tier unterschiedlich) und hangeln sich in Regalen o. ä. soweit es eben geht hoch.

Topfblumen werden ausgebuddelt – schlecht für Ihre Pflanzen und den Teppichboden. Befüllte Trinkgläser und Tassen, in Frettchenreichweite abgestellt, werden "untersucht", ebenso wie befüllte Blumenvasen – das Ergebnis sind umgekippte Behältnisse nebst verschüttetem ehemaligen Inhalt!

Jede Tasche, die Sie oder Ihre Besucher in Frettchennähe abstellen, wird inspiziert und Interessan­tes verschleppt oder probeweise einer Geschmacksprobe unterzogen.

Bücherregale, in denen die Bücher nicht stramm zusammenstehen sondern nur lose aneinander­gelehnt sind, werden "ausgeräumt".

Leichtgängige Schubladen oder Möbeltüren werden von Frettchen geöffnet, um darin herumzu­stöbern oder ein sich ein nettes Schlafplätzchen einzurichten. Eventuell eignet sich das Innere von Möbeln auch, um Futterstücke zu darin zu verstecken ...

Ihre Frettchen werden Ihnen recht schnell zeigen, wozu sie fähig sind und welche Gegenmaßnahmen Sie zu ergreifen haben. Was monatelang "sicher“ vor Frettchen war, kann plötzlich von ihnen entdeckt werden – und schon haben Sie eine neue Aufgabe, Unerwünschtes trickreich zu unterbinden. (Text: S. Humburg)

3. Außenhaltung

Man muss das Ei des Kolumbus nicht immer neu erfinden. Daher habe ich die Genehmigung für die Übernahme einer sehr guten Seite unserer Erika bekommen, die detailliert aufzeigt, wie man ein außergewöhnlich gutes Außengehege baut. Wir bedanken und bei Erika! Bitte auf das Bild klicken:


Erikas Bau des Außengeheges