Langhaar Frettchen

(Angora) Richtig: Langhaar-Frettchen - Nein Danke!

Man kennt es ja schon von Hunden und Katzen – da tauchen plötzlich Exemplare mit nackter Haut, eingedrückten Nasen, leicht brechenden Schwänzen oder blauen Augen auf. Nach einer Weile wird dann deutlich, dass diese äußerlichen Veränderungen auch gesundheitliche Probleme mit sich bringen, woraufhin die negativen Merkmale wieder herausgezüchtet werden sollen – das alles auf Kosten des Tieres, das Zeitlebens an Taubheit, Atemwegsproblemen oder Hüftdysplasie leidet.

Viele dieser Zuchtversuche sind seitdem als Qualzucht bewertet worden – zu Recht!

Auch bei Frettchen scheint es immer mehr in Mode zu kommen, etwas "besonderes" haben zu wollen. Die quirlige Art, der einzigartige Charakter, der unermessliche Charme dieser Tiere scheint nicht genug zu sein – außergewöhnlich muss vor allem das Aussehen sein. Und so kommt es, dass immer mehr so genannte „Sonderfarben“ auftauchen, bei denen Taubheit, Krytochismus (Hodenhochstand) und andere Erkrankungen bewußt ignoriert werden – immerhin lockt das Geld.

Unabhängig von der Farbe bringen vor allem so genannte Angora- richtig Langhaar-Frettchen mehr Geld ein - doch um welchen Preis?

Langhaar-Frettchen wurden zum ersten Mal in Skandinavien von Sören Thinggard gezüchtet, einem international aktiven Exotenhändler. Seitdem wurde die Ferpharm-Zucht geschlossen, Herr Thinggard hat ein mehrjähriges Haltungsverbot erhalten – doch Ferpharm-Tiere sind in jeder Langhaar-Linie zu finden, viele seiner Zuchttiere wurden nur weitergereicht.

Viele Halter werden die eingedrückte, behaarte Stupsnase und das lange Fell vielleicht putzig finden, doch für die Tiere selbst ist es alles andere als ein Spaß.

Die Fähen sind nicht in der Lage, ihre eigenen Welpen zu ernähren, da ihre Milch zu nährstoffarm ist oder gar nicht erst einschießt. Aus diesem Grund werden parallel Kurzhaarfähen eingedeckt, die als Amme fungieren. Langhaar-Züchter behaupten immer gerne, ihre Fähen hätten dieses Problem nicht, oder stellen die Behauptung auf, dass Halblanghaar-Fähen damit kein Problem hätten. Wie falsch diese Behauptung ist, zeigte das Jahr 2006 - mehr als die Hälfte aller Langhaar-Würfe sind gestorben, da teils sogar die Ammen keine Milch gaben.

Die verformten und behaarten Atemwegsorgane sorgen zudem für Atemwegsprobleme, wie eine skandinavische Studie belegte.

Der menschliche Drang nach etwas „Außergewöhnlichem“ sowie die Gier nach Geld hat also im letzten Jahr viele hundert Welpen das Leben gekostet. Einfach so.

Dabei ist das Gesetz sehr eindeutig in dieser Hinsicht.

Im Qualzuchtgutachten (Tierschutzgesetz § 11b) ist festgelegt, dass die genetisch vorgesehenen Funktionen der Organe nicht eingeschränkt sein dürfen. Auch darf keine Minderleistungen bezüglich Selbstaufbau, Selbsterhaltung und Fortpflanzung gegeben sein. Zudem ist ein ungestörter, artgemäßer Ablauf der Lebensvorgänge und des Verhaltens für das Wohlbefinden des Tieres nötig.

Die nicht erfolgende eigene Aufzucht beeinträchtigt aber den artgemäßen Lebensablauf und somit das Wohlbefinden. Die Funktion des Säugens i s t eingeschränkt.

Bitte unterstützen Sie uns dabei, die Langhaarzucht zu beenden!

Nur fehlende Nachfrage und versiegende Geldquellen werden die Züchter dazu bewegen, die Zucht von Langhaar-Frettchen aufzugeben.

Text und Grafik mit freundlicher Genehmigung von der Arge-Frettchen Hamburg!